"Von 'I, Robot' sind wir noch 100 Jahre entfernt"

"Von 'I, Robot' sind wir noch 100 Jahre entfernt"

Fr, 21.12.2018 - 13:28
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Schülerinnen und Schüler der Hauswirtschaftlichen und Gewerblichen Schule Horb durften am vergangenen Montag die Bundestagsabgeordnete Saskia Esken in ihrer Aula begrüßen.

Organisiert hatte den Besuch der Wirtschafts- und Sozialkundelehrer Manfred Fath, der „seine“ Klassen zu dem Austausch mit der Abgeordnete eingeladen hatte. Schülerinnen und Schüler des Berufskollegs für die Fachhochschulreife (BKFH) und das Produktdesign (2BKPD2) sowie die Pharmazeutisch-Technische AssistentInnen (2BKPH1-1 und 2BKPH1-2) waren in die Aula gekommen, um mit Esken zu diskutieren. Nach der kurzen Begrüßung durch Schulleiter Jochen Lindner stellte Esken ihr "Doppelleben" als Bundestagsabgeordnete in Berlin und im Wahlkreis Calw/Freudenstadt vor.

Seit 2013 sitzt die Abgeordnete für die SPD im Bundestag und arbeitet für ihre Fraktion im Innenausschuss und im Ausschuss für Digitale Agenda, im Beirat der Bundesnetzagentur sowie in der Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz.

Den Einstieg in die Diskussionsrunde fand eine Schülerin mit der Frage, wie Esken denn dazu gekommen sei, Politikerin zu werden. Ihre Antwort war schnell gefunden: Soziales Engagement gepaart mit politischem Gestaltungswillen, wie sie das im Elternhaus kennengelernt habe. Beruflich startete Esken mit vielen ungelernten Tätigkeiten als Fahrerin, in der Gastronomie und als Schreibkraft, bevor sie die Ausbildung zur Informatikerin absolvierte und in der IT-Branche tätig war. "In der Familienphase blieb mir - vor allem wegen fehlender Betreuungsangebote - nichts anderes übrig, als zugunsten der Kinder auf die berufliche Karriere zu verzichten", erklärte Esken, die Mutter von drei Kindern ist. Den jungen Frauen im Publikum sagte sie deshalb: "Auch wenn ihr Kinder bekommt: Bleibt am Ball, erhaltet Euch Eure Berufsfähigkeit - man ist so schnell raus!"

Auf viele Fragen der Schülerinnen und Schüler konnte Saskia Esken eine fundierte Antwort geben, und wo das nicht der Fall war, bat sie um Rückfrage und verwies auf die Expertise ihrer Kolleginnen und Kollegen in der SPD-Bundestagsfraktion, die sie jederzeit nutzen könne. "Das ist das Wesen unserer Arbeitsteilung im Bundestag - wir haben die Fachthemen auf die ganze Fraktion aufgeteilt." Es war ein Potpourri durch das gesamte politische Themenspektrum mit Fragen zum Arbeitsmarkt, zur Bildungs- und zur Rentenpolitik, zu Pflege und Gesundheit. Auf Schülerfragen nach Filmen wie dem "Terminator" oder "I, Robot" sagte Esken zur Künstlichen Intelligenz (KI): "Von der Nachbildung menschlicher Intelligenz, von Bewusstsein und Empathie sind wir 100 Jahre entfernt". Diese sogenannten "starke KI" beflügle die Fantasie Hollywoods, dürfe aber nicht die politische Diskussion bestimmen. "Wir müssen uns damit beschäftigen, was direkt vor uns liegt: Welche Ziele verfolgen wir mit dem Einsatz maschinellen Lernens? Wo kann diese maschinelle Intelligenz uns unterstützen, wo wollen wir einer Maschine die Entscheidung überlassen und wo braucht es den Menschen, der korrigierend eingreift?"

Fachlehrer Manfred Fath, der die Diskussion leitete, forderte mehr Taten statt Absichtsgerede in der Politik. Esken wies darauf hin, dass in der Politik immer viele Akteure mitspielen und der Kompromiss ein wichtiger Teil des demokratischen Geschehens sei. Die verschiedenen Meinungen müssten letzten Endes für neue Gesetzesvorhaben unter einen Hut gebracht werden.

Nach gut 90 Minuten musste die angeregte Diskussion beendet werden, damit die Schülerinnen und Schüler wieder in ihren „normalen“ Unterricht zurückkehren konnten. Insgesamt war es eine Debatte mit neugierigen Schülerfragen durch sehr unterschiedliche Themengebieten, die natürlich nicht in voller Tiefe diskutiert werden konnten.

Esken bedankte sich bei den Schülerinnen und Schülern für die angeregte Diskussion und die vielen interessanten Anregungen, die sie in ihre politische Arbeit mitnehme und machte deutlich, dass sie jederzeit gerne wiederkomme.