Traditionelles Handwerk als Kreativimpuls

Traditionelles Handwerk als Kreativimpuls

Do, 06.06.2019 - 10:25
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Am 16. und 17. Mai besuchte die Oberstufe des Technischen Gymnasiums Horb mit dem Profilfach Gestaltungs- und Medientechnik einen zweitägigen Workshop der Buchbinderin Iris Haischer in Freiburg.

Die Buchbindemeisterin und Sozialpädagogin begrüßte die Abiturienten in ihrem beschaulichen Buchbinderei-Atelier, in dem sie freiberufliche Aufträge bearbeitet, um anschließend in die nahegelegene Freie Waldorfschule Freiburg-Wiehre weiterzuziehen, die ausreichend Räumlichkeiten für die angehenden Gestalter bot, sich der traditionellen Kunst der Buchbinderei zu widmen. Die Buchbinderei ist ein traditionelles Kunsthandwerksgewerbe, das im digitalen Alltag der Schülerinnen und Schüler keinerlei Bedeutung mehr erfährt, aber für die Vermittling von Information und die Verbreitung von Wissen unerlässlich war und auch heute noch unkonventionelle Lösungen für die Gestaltung zeitgenössische Produktion bietet.

Der Workshop startete am Donnerstagnachmittag zuerst mit einem Überblick über grundlegende Bindetechniken. Eine von den Schülerinnen und Schüler ausgewählte Fadenheftung wurde anschließend mit der Erstellung eines eigenen Skizzenbuches unter Anleitung der erfahrenen Buchbinderin umgesetzt. Bis spät am Abend wurde fleißig geheftet, um nach getaner Arbeit den Tag im legendären Café Atlantik bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen zu lassen.
Am Freitag ging es früh morgens kreativ weiter: Hier konnten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Medium Papier, dessen Geschichte und gestalterische Möglichkeiten auseinandersetzen. Neben den handwerklichen und theoretischen Inhalten fanden die Schüler die Zeit, ihr neues Wissen in ihren eigenen Kreativprozess einbauen und sich über eine Bindung ihrer, in der Schule gestalteten Kalenderblätter, Gedanken zu machen. In Zusammenarbeit mit ihrer Klassenlehrerin Katrin Kinsler entwickelten sie Konzepte zur möglichen Umsetzung.

Mit vielen neuen Eindrücken und eigens produziertem Skizzenbuch im Kopf machte sich die Klasse am frühen Nachmittag auf den Heimweg nach Horb, um ihr letztes großes Gestaltungsprojekt ihren Kalender fertigzustellen.

Am Bahnhof traf sie sich mit der Parallelklasse der Umwelttechniker, die zeitgleich zwei Tage Exkursion unter Leitung von Patrick Bär im Fraunhofer Institute verbrachten. Hier wurden verschieden Photovoltaikanlagen und deren Herstellung gezeigt. Ebenfalls wurden Hochsetz- und Tiefsetzteller vorgestellt.
Umwelttechniker erhielten die Chance eine funktionsfähige Photovoltaikzelle in Eigenarbeit zu produzieren, die sie mit zurück nach Horb nehmen durften.