„Kann man das denn nicht noch verwenden?“

„Kann man das denn nicht noch verwenden?“

Di, 05.11.2019 - 09:34
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Das war die Frage, die wohl am häufigsten gestellt wurde, als die Jahrgangsstufe 2 des Technischen Gymnasiums der Gewerblichen und Hauswirtschaftlichen Schule Horb die Rexinger Umladestation besuchte.

Im Frühjahr des Jahres starteten die 40 Schülerinnen und Schüler in der Unterrichtseinheit Produktdesign in das Projekt „Green School Version 1.0“. Innerhalb des Projektes galt es für die Lernenden die nicht mehr verwendeten Werkstoffe der Schule zu sammeln, zu analysieren und aus diesen jeweils ein Produkt zu gestalten. Dabei musste man sich auf zwei bis drei Werkstoffe festlegen und dann entweder eine individuelle Produktidee designen oder eine Wanduhr umsetzen. Zielführend wäre es zudem gewesen, wenn die Produkte wiederum in den Schulalltag integriert werden können, um so einen nachhaltigen Werkstoffkreislauf zu generieren.

Nach der Planungsphase entstanden im Sommer dann die unterschiedlichsten Produkte: So wurden Schultaschen oder Federmappen aus nicht mehr benötigten Vorhängen bzw. aus Resten eines Feuerwehrschlauches genäht. Stühle wurden aus alten Mathebüchern hergestellt. Es wurde Papier geschöpft, um Notizblöcke zu erzeugen oder auch ein Schrank für das Klassenzimmer aus 90er-Jahre-Ausstellungspuppen zusammengeschraubt.

Nachdem einige Produkte vor den Sommerferien beim 9. Deutschen Recycling-Designpreis eingereicht wurden, galt es nun zu Beginn des neuen Schuljahres die übriggeblieben Werkstoffe auch wieder fachmännisch zu entsorgen. In den Unterrichtsstunden der Unterrichtseinheit Produkte und Gesellschaft wurden deshalb zunächst alle Werkstoffe voneinander getrennt und sortiert. Schon bei diesem Vorgang hörte man die Eingangsfrage die ersten Male. Mit einem großen und vollen Anhänger ging es dann Richtung Rexingen, wo Frau Maier vom Landkreis Freudenstadt schon auf die angehende Gestalterinnen und Gestalter wartet.

In einem kurzweiligen und sehr informativen Vortrag führte Maier die Jahrgangsstufe 2 in die Welt der Werkstoffwiderverwertung ein und dort wurde es allen nochmal deutlich vor Augen geführt, wie viele Produkte, die eigentlich noch voll funktionstüchtig sind, täglich auf der Umladestation entsorgen werden. „Verzicht ist die einzige Lösung für unser globales Müllproblem“, so Maier. „Wo kein Müll entsteht, muss auch kein Müll entsorgt werden.“ Mit dieser wichtigen Erkenntnis gestallten die Schülerinnen und Schüler nun hoffentlich auch ihre private und berufliche Zukunft.