Europaweites Projekt der Horber Berufsschule zur Virtuellen Realität

Europaweites Projekt der Horber Berufsschule zur Virtuellen Realität

Sa, 20.03.2021 - 12:58
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Gemeinsam mit vier Bildungseinrichtungen aus Spanien, Kroatien, Polen und Litauen erforscht die  Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Schule Horb den Einsatz von Virtueller Realität in der Beruflichen Bildung.

Die Horber Berufsschule initiierte und leitet das ERASMUS+ Projekt, das nun offiziell gestartet ist. Am vergangenen Mittwoch legte man zusammen mit der Ignacy Łukasiewicz University of Technology aus Rzeszów in Polen, der IES Molí del Sol aus Valencia in Spanien, der Strojarska tehnička škola aus Osijek in Kroatien und dem Technologijų ir Dizaino Kolegija aus Vilnius in Litauen den Grundstein für dieses internationale Vorhaben.

Ziel ist es, den Anforderungen der Berufswelt von morgen gerecht zu werden. Die Industrie verändert sich und so werden sich auch die Berufe der Zukunft verändern. Diesem Umstand wollen die Partner damit begegnen, dass komplexe Lernsituationen verstärkt in die virtuelle Welt verlegt und trainiert werden, bevor das Gelernte dann an realen Objekten angewendet wird.

Das erste Projektmeeting musste online stattfinden. Dabei vereinbarten die Partner, gemeinsam ein Verfahren zu entwickeln, das es jedem Projektpartner ermöglicht, die realen Trainingssituationen in die virtuelle Welt zu verlegen.

Bei dem Projekt werden künftig Schüler*innen und Studierende zusammenarbeiten, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Zunächst werden Trainingssituationen definiert, geplant und dokumentiert. Dazu wählt jeder der fünf Partner einen spezifischen Trainingsinhalt aus und dokumentiert diesen in geeigneter Weise. Die Schule in Horb wird das Vorhaben an die Aktivitäten in der neu entstandenen Lernfabrik 4.0 koppeln. Für die Fräsfertigung an CNC-Maschinen wird als Trainingssituation der Rüstprozess näher beleuchtet. Im Anschluss wird dann die ausgewählte reale Situation in die virtuelle Welt transferiert. Dazu werden die benötigten Komponenten mit Hilfe eines CAD-Systems digitalisiert. Es entsteht ein sogenannter digitaler Zwilling.

Schüler*innen der Fachschule für Technik sowie des Technischen Gymnasiums arbeiten dafür eng zusammen. Die angehenden Techniker sind im Rahmen ihrer Technikerarbeit für die technischen Fragen rund um die CNC-Technologie und die Übernahme der Daten ins CAD-System zuständig. Die Schüler*innen des Technischen Gymnasiums sind später für die digitale Aufbereitung der Situation verantwortlich. Dafür wurde extra ein Seminarkurs, der im September 2021 startet, eingerichtet.

 

Auch werden die fünf Projektpartner gemeinsam die benötigte Hardware (PCs, VR-Brillen…) und Software auswählen und beschaffen. Diese Aufgaben werden in einer Lehrerfortbildung koordiniert, welche  in Horb stattfinden soll. Hier wird eine Woche lang gemeinsam notwendiges Knowhow erworben und dann angewendet.

Sobald Reisen wieder möglich sind, werden die Schüler*innen und Studierenden aller fünf Projektländer gemeinsam an einem Ort arbeiten können. Das ist den Horber Projektinitiatoren besonders wichtig, da ERASMUS+ Projekte dazu beitragen sollen, international zu arbeiten, Sprachen zu lernen, näher zusammenzurücken, Grenzen abzubauen und Diversität zu leben.

Das Projekt wird im April 2023 enden. Dann soll jeder der Partner in der Lage sein, typische berufliche Situationen in die virtuelle Welt zu transferieren und junge Menschen dort zu trainieren, damit sie für das Leben im beruflichen Alltag gewappnet sind.