Europa zu Gast an der Horber Berufsschule

Europa zu Gast an der Horber Berufsschule

Do, 14.10.2021 - 20:28
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Vom 4.-8.10. fand an der Gewerblichen und Hauswirtschaftlichen Schule Horb ein europaweites Projekt (ERASMUS+) statt. Das Projekt stand unter dem Motto „Virtuelle Realität in der beruflichen Bildung". Für fünf Tage waren Schülerinnen und Schüler, Studierende sowie Lehrpersonal der Projektpartner in Horb.

Die Teilnehmer kamen von der IES Molí del Sol aus Valencia in Spanien, der Strojarska tehnička škola aus Osijek in Kroatien und dem Technologijų ir Dizaino Kolegija aus Villnius in Litauen. Einzig die Teilnehmer der Ignacy Łukasiewicz University of Technology aus Rzeszów in Polen konnten coronabedingt nicht anreisen, nahmen aber online an der Bildungsaktivität teil.

Virtuelle Realität in der Beruflichen Bildung

Ziel des Projekts, das mit 106 000€ von der EU gefördert wird, ist es, den Anforderungen der Berufswelt von morgen gerecht zu werden. Die Industrie verändert sich und so werden sich auch die Berufe der Zukunft verändern. Diesem Umstand wollen die Partner damit begegnen, dass komplexe Lernsituationen verstärkt in die virtuelle Welt verlegt und trainiert werden, bevor das Gelernte dann an realen Objekten angewendet wird.

Die Ziele der ersten Projektwoche waren ebenso vielschichtig. So sollten sich alle Teammitglieder richtig kennen lernen, jede Partnerorganisation eine spezielle Trainingseinheit bestimmen, das VR-Equipment (VR-Brille, PC etc.) ausgewählt und eine geeignete Software zum Erstellen der virtuellen Umgebung gefunden werden.

Kopplung mit der Lernfabrik 4.0

Die Horber Berufsschule wird das Vorhaben an die Aktivitäten in ihrer Lernfabrik 4.0 koppeln. Für die Fräsfertigung an CNC-Maschinen wird als Trainingssituation der Rüstprozess näher beleuchtet. Im Anschluss wird dann die ausgewählte reale Situation in die virtuelle Welt transferiert. Es entsteht ein sogenannter digitaler Zwilling. Die Partner aus Kroatien, Polen und Spanien beschreiten einen ähnlichen Weg und wollen Aufgaben an CNC-Maschinen digital trainieren. Die Partner aus Litauen hingegen werden das Training an kollaborativen Robotern virtualisieren

Fachlicher und kultureller Austausch

Um das richtige Equipment zu finden, wurden mehrere VR-Brillen ausgeliehen, um diese ausgiebig zu testen. Dabei wurden gemeinsam Kriterien festgelegt, die Brillen daran gemessen und später verglichen. Ebenso wurde mit der Software als wichtigstem Baustein im Prozess verfahren.

Natürlich wurde nicht nur gemeinsam gelernt und gearbeitet, sondern auch ein vielfältiges außerschulisches Programm angeboten. So wurde die Gegend um Horb mit Hilfe eines GPS-Tracks erkundet, das Mercedes-Benz-Museum in Stuttgart besichtigt und der Europapark, welcher inzwischen mit vielen virtuellen Attraktionen glänzt, besucht. Auch die Firma Homag  beteiligt sich am Projekt. Die Spezialisten des Schopflocher Maschinenbauers zeigten den Teilnehmern, wie VR in einer industriellen Umgebung eingesetzt wird.

Abgeschlossen wurde die Veranstaltung mit einem original „schwäbischen Barbecue“. Hier wurden regionale Spezialitäten gereicht und noch ausgiebig gefeiert.

Neben dem fachlichen Austausch ging es in dieser Woche darum, sich international zu verständigen, näher zusammenzurücken, Grenzen abzubauen und Diversität zu leben. Insofern war diese erste Begegnung vor Ort ein vollumfänglich gelungenes Ereignis. Alle Teilnehmer waren sehr zufrieden mit den Ergebnissen und freuen sich bereits auf die nächste Veranstaltung, welche Anfang 2022 in Vilnius / Litauen stattfinden wird.

 

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