„Jugend forscht“ am Technischen Gymnasium in Horb

„Jugend forscht“ am Technischen Gymnasium in Horb

Di, 13.10.2015 - 15:15
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Das Technische Gymnasium (TG) in Horb erweitert sein Angebot an attraktiven Unterrichtsformen. Neben der bereits bewährten „Schüler-Ingenieur-Akademie“ bietet das TG in diesem Schuljahr für seine Schüler erstmals die Teilnahme an einem einjährigen „Lab2Venture“-Projekt am Jugendforschungszentrum in Nagold.

Von links nach rechts: Prof. Dr. Günther, Frau Renz, Prof. Dr. Klein (alle JFZ Nagold), Selina Seeger, Harald Sowoda (Fachlehrer), Frau Dr. Jakob (ICT), Michelle Wolf, Sadik Özyanik, Rebecca Tillery, Maximilian Götz und Alessandro Sailer.

Im Rahmen eines Seminarkurses wird das Projekt durchgeführt in enger Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT). Sechs Schüler des Horber Technischen Gymnasiums der 1. Jahrgangsstufe nehmen die Möglichkeit wahr, an dem Lab2Venture-Projekt teilzunehmen und durch diese Co-Produktion zwischen Wirtschaft und Schule frühzeitig praxisorientiert an einen unternehmerischen Geist herangeführt zu werden. Dazu trafen sich zu einem Kick-Off-Treffen die am Projekt beteiligten Unternehmen und Institute sowie die teilnehmenden Schüler an der Hauswirtschaftlichen und Gewerblichen Schule Horb.

Gastgeber des Kick-Off-Treffens waren Jochen Lindner, Schulleiter, Roland Berroth, Abteilungsleiter TG, und Harald Swoboda, verantwortlicher Fachlehrer am TG. Frau Dr. Jakob vom Fraunhofer ICT als Schirmherrin der  Lab2Venture-Initative hielt am Vormittag einen Workshop mit den zwei Schüler-Teams zum Thema Angebotserstellung und Kalkulation. Nach dem Mittagessen setzten sich alle Beteiligten des Projekts, darunter auch die Professoren Dr. Günther und Dr. Klein als Vertreter des Jugendforschungszentrums Nagold, zur gegenseitigen Abstimmung des Projekts zusammen.

Konkret bedeutet es für die insgesamt sechs Schüler, dem „Auftraggeber“ Fa. Aldinger aus Nagold einen Savoniusrotor zu „verkaufen“, mit dem Teichwasser umgewälzt werden soll. Die Aufgaben der zwei Teams reichen von der Prüfung auf Wirtschaftlichkeit der verschiedenen Rotoren, ihre technische Effizienz hinsichtlich Leistungsfähigkeit, Wirkungsgrad usw. Im Fach Computertechnik wird eine mit Solarzellen betriebene Steuerung entwickelt. Die labortechnischen Versuche werden im Jugendforschungszentrum in Nagold durchgeführt. Die fachspezifischen Unterrichtsinhalte orientieren sich am notwendigen Know-how, um das Projekt erfolgreich durchzuführen: Terminplanung, Angebote und Kalkulation, Anwendung von Kreativitätstechniken, Technisches Zeichnen/CAD, physikalische Versuche zu Trägheitsmomenten Strömungslehre und Pneumatik, Thema im Fach Computertechnik ist Mikrocontroller-Programmierung. Abgeschlossen wird das Lab2Venture-Projekt des Horber TG mit einer Präsentation. Die teilnehmenden Schüler des TG, die hochmotiviert in das Projekt gehen, profitieren nicht nur dadurch, dass die Projektnote in das Abiturzeugnis einfließt, sondern sie mit ihrem Projekt auch an Wettbewerben „Jugend forscht“ des JFZ oder des Lab2Venture teilnehmen können. Ganz zu schweigen von den gewonnenen Kontakten in die Industrie. Und das offizielle Lab2Venture-Zertifikat macht sich in jeder Bewerbungsmappe gut.

Mit der Initiative „Gründerland Deutschland“ versucht das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Herausforderungen einer nach wie vor niedrigen Unternehmensgründungsquote in Deutschland zu begegnen. Immerhin zeigen sich Jugendliche mehrheitlich offen für das Thema. So haben 87% eine eher gute bis sehr gute Meinung von Unternehmern und bei über zwei Dritteln spielt die unternehmerische Selbstständigkeit eine Rolle in der Zukunftsplanung. Sie können ihre eigenen Ideen verwirklichen und ihr eigener Chef sein. Weiterer Handlungsbedarf sieht das Bundesministerium in der Förderung innovativer und zukunftsträchtiger Technologien, insbesondere auch der Nutzung und Weiterentwicklung alternativer Energien, die eine nachhaltige Entwicklung der Wirtschaftskraft gewährleisten. Dabei haben sich Schülerlabore als wirksames Instrument etabliert, um Jugendlichen naturwissenschaftliche Felder erlebbar zu machen und sie schon früh für Forschung und Entwicklung zu begeistern. Schülerlabore bieten neben der Unterrichtsunterstützung auch Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit regionalen Unternehmen. So sollen aus der Zusammenarbeit zwischen den Schülern des TG in Horb und der Industrie spannende Innovationen erwachsen.

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