Deutsch-Koreanische Freundschaft

Deutsch-Koreanische Freundschaft

Di, 17.04.2018 - 10:48
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Wie wichtig internationale Beziehungen sind, steht bei dem aktuellen Tagesgeschehen rund um den Globus sicherlich außer Frage. Im Falle der beiden Lehrer Seokmin Han aus Daegu in Südkorea und Steffen Knobloch aus Horb-Talheim reichten hierbei schon drei Monate aus, um aus Fremden Freunde zu machen.

Unter der Schirmherrschaft des Ministeriums für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, der UNESCO und der APCEIU (Asia-Pacific Centre of Education for International Understanding) erlebte Herr Han im Januar drei Wochen lang den für ihn sehr ungewöhnlichen, deutschen Alltag. Untergebracht im Golden Adler in Horb, war er schon nach zwei Tagen total davon begeistert, dass er innerhalb von zehn Minuten alles zu Fuß erreichen kann – Einkaufsmöglichkeiten, den Bahnhof und natürlich die Gewerbliche und Hauswirtschaftliche Schule Horb.
 
An der Schule wurde er sofort in den Unterricht des Technischen Gymnasiums integriert. In den Jahrgangstufen mit dem Profilfach Gestaltung- und Medientechnik erläuterte er den Schülerinnen und Schülern das koreanische Bildungssystem und die fernöstliche Kultur. In weiteren Stunden lehrte er den sehr interessierten Jugendlichen Hangul – das koreanische Alphabet. Schon nach nur zwei Stunden konnten fast alle ihren Namen in den zuvor unverständlichen Schriftzeichen schreiben. Innerhalb der Fachschule Automatisierungstechnik unterrichtete Herr Han sein Fachgebiet Informatik. Er führte die angehenden Techniker in der Welt der Programmiersprache Python ein. Nachdem die anfängliche Sprachbarriere überwunden war, war die Motivation groß, den unbekannten Code in Gruppenarbeit zu knacken.
 
Sehr angetan von der offenen und freundlichen Atmosphäre an der Gewerblichen und Hauswirtschaftlichen Schule Horb, wollte Herr Han natürlich auch die Region Süddeutschland kennenlernen – und dabei kam er voll auf seine Kosten. Durch Tagesausflügen nach Ulm, Heidelberg, Konstanz, Tübingen und Rottweil verliebte er sich in Land, Leute sowie Spätzle und konnte es kaum erwarten, Herrn Knobloch sein Land und seine Schule zu zeigen. Vom zehnten bis zum 30. März konnte er dieses Vorhaben dann auch in die Tat umsetzen.
 
Von Tag eins an in Südkorea befand sich Herr Knobloch in einer völlig anderen Welt – einer ungewöhnlichen Welt, aber definitiv in keiner Umgebung von der man Angst zu haben braucht, wenn man sich darauf einlässt.
 
Der Schultag an der Daegu Software High School startet für 180 Schülerinnen und Schüler um 7:20 Uhr mit einer gemeinsamen Taekwondo-Stunde (Kampfsport). Danach beginnen die vier Vormittagsstunden in einer der drei Jahrgangstufen – 20 Lernende werden hier jeweils von zwei Lehrern beschult. Nach dem gemeinsamen Mittagessen finden nochmals zwei Unterrichtsstunden statt, bevor um 16.00 Uhr die Aktivitäten in den Schulclubs losgehen. In über 20 verschiedenen Clubs können Musikinstrumente, Badminton oder auch Kalligrafie (Schönschriftkunst) erlernt werden. Wer nun denkt, dass der Schultag im Anschluss an die Clubzeit endet, irrt gewaltig. Zu acht wird in hochtechnisierten Gruppenarbeitsräumen von 18:00 Uhr an der Unterrichtsstoff vom Vormittag wiederholt oder vertieft. Um 22.30 Uhr muss dann tatsächlich das Licht in den Schulgebäuden ausgeschaltet werden, damit sich die Lernenden in ihre Schlafsäle begeben.
 
Bei diesem Tagesablauf ist unschwer zu erkennen, welchen hohen Stellenwert Bildung in Südkorea hat. Ohne einen Abschluss an einer High School ist es nahezu unmöglich sich beruflich selbst zu verwirklichen. Trotz des aus dieser Tatsache resultierenden Drucks, hat es Herrn Knobloch unglaublich Spaß gemacht in mehreren Klassen die Bildbearbeitungs-Software Photoshop zu unterrichten. Es herrschte eine für ihn zuvor unbekannte Gier nach neuem Wissen und eine sehr große Motivation dieses Wissen auch anzuwenden. Am meisten war er jedoch von dem respektvollen Miteinander angetan. „Das miteinander Reden und das einander Zuhören ist das Wichtigste im Umgang untereinander – und das nicht nur in der Schule“, so Knobloch.