Jahrgangsstufe 1 in Tübingen

Jahrgangsstufe 1 in Tübingen

Do, 26.04.2018 - 11:41
0 Kommentare

Um in den Genuss spanischsprachigen Kinos zu kommen, reicht es für Horber Schüler einmal im Jahr sich für 45 Minuten in den Zug zu setzen – in den Tagen des Cine Latino in Tübingen.

Dieses Festival bietet jährlich interessante Filme aus dem lateinamerikanischen und spanischen Sprachraum. Tübingen war außerdem Schauplatz zweier revolutionärer Bewegungen, die 2018 Jubiläum feiern. Die Ausstellung „Tübinger Revolten. 1848/1968“ bietet durch interessante Exponate Einblicke in beide Ereignisse und vergleicht sie gekonnt. Zwei Anlässe, die zu einer „Doppelexkursion“ einladen!

Am 24.04.2018 fuhren also die 27 Spanischschüler*innen der Jahrgangsstufe 1 des Technischen Gymnasiums Horb nach Tübingen - begleitet von ihrer Spanisch-Fachlehrerin Ulrike Hegele - und kamen in den Genuss von „Al otro lado del muro“ (zu Deutsch „Auf der anderen Seite der Mauer“). Im erzählerisch angelegten Dokumentarfilm geht es zum einen um die Einwanderungsproblematik zwischen Honduras und Mexiko (ja tatsächlich! Es gibt nicht nur den Zaun zu den USA, sondern auch eine Mauer zwischen Mexiko und Honduras, mit der Mexiko seinerseits illegale Immigrant*innen abzuhalten versucht), zum anderen wird facettenreich gezeigt, wie honduranische Immigrantenkinder in sehr jungen Jahren die Elternrolle übernehmen und dadurch ihre eigenen Wünsche und Interessen zurückstecken müssen. Entgegen anfänglicher Ängste konnten die Schülerinnen und Schüler dem Film sprachlich sehr gut folgen, da das mexikanische Spanisch sich im Allgemeinen durch eine recht deutliche und klare Aussprache auszeichnet.

Im Anschluss an den Film lernten die Schülerinnen und Schüler außerdem in einem mexikanischen Restaurant die kulinarische Seite Mexikos mit Burritos, Fajitas & Co. kennen. Somit fand die Exkursion ein rundes Ende.

Das kulinarische Erlebnis teilten die 13 Schüler*innen, die zeitgleich am Alternativprogramm, einer unterhaltsamen Führung durch die aktuelle Sonderausstellung des Stadtmuseums Tübingen, teilnahmen. Dabei gab es neben vielen anschaulichen Exponaten und wissenswerten Informationen zu den beiden revolutionären Ereignissen 1848 und 1968  Überraschendes zu entdecken: einerseits für die Schüler*innen eine mechanische Schreibmaschine, mit der 1968 Flugblätter verfasst wurden und die im Museum zum Niederschreiben eigener Erfahrungen einlädt, andererseits für die begleitende Geschichte- und Gemeinschaftskunde-Fachlehrerin Simone Hiller, dass Friedrich Hecker und Che Guevara den Schüler*innen gleichermaßen unbekannt waren und dass die Studentenunruhen von 1968 für die Schüler*innen zeitlich quasi gleich fern liegen wie die Ereignisse um 1848.